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DDR: Orientierung in den Beständen

Artikel

1. Schritt: Verschaffen Sie sich einen Überblick des Aufbaus der Archivbestände. Verstehen Sie den Unterschied zwischen dem Pertinenzbestand (bis 1979) und den Provenienzbeständen (1979-1990).

Die Archivbestände des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR umfassen die Überlieferungen der Zentrale, der nachgeordneten Einrichtungen des Außenministeriums und der Auslandsvertretungen von 1949 bis 1990. Zu den nachgeordneten Einrichtungen gehörten das Büro für Kulturzentren, das Zentrum für Auslandsverbindungen, der Zentrale Aufbaustab, das Internationale Pressezentrum, das Schülerinternat in Königs Wusterhausen, das Dienstleistungsamt für ausländische Vertretungen sowie Versina (Versorgung Inland/Ausland).

Einen Überblick über alle im PA AA verwahrten Bestände des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR bietet unsere Online-Beständeübersicht unter den Tektonikpunkten 2.5 für die Berliner Zentrale, 2.6 für die Auslandsvertretungen und 2.7 für Personalakten.

Die Bestände sind mit dem einheitlichen Sigle M gekennzeichnet. Jeder Bestand enthält Informationen zur Organisationsgeschichte sowie zum Inhalt der Archivalien.

Beständeübersicht

Die Archivbestände sind nach zwei unterschiedlichen archivischen Ordnungsprinzipien geordnet, dem Pertinenz- und dem Provenienzprinzip. In der praktischen Arbeit ist unbedingt zu beachten, dass die Lagerungssignaturen der Archivalien, die für eine Bestellung benötigt werden, einem eigenen System folgen, das von der Gliederung der Bestände unabhängig ist und sich mit diesem überschneidet.

Nach dem Pertinenzprinzip sind die Überlieferungen von 1949 bis 1979 geordnet. Diese bilden die Bestände M 1 bis M 3. Im Gegensatz zum Provenienzprinzip sind die Archivalien nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet, unabhängig davon, in welcher Arbeitseinheit sie entstanden sind. Grundlage hierfür ist der „Einheitliche Aktenplan für das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und für die Auslandsvertretungen der DDR vom 1. Januar 1967“. Lagerungstechnisch haben die Überlieferungen bis 1979 unterschiedliche alphanumerische Archivsignaturen  erhalten:

Sigle
Bezug
A
Archivalien, deren Laufzeit spätestens 1966 endet,
B
Schriftgut, das ursprünglich nur befristet aufzubewahren war,
C
Archivalien, deren Laufzeit bis 1979 reichen kann.

Diesen Siglen wird jeweils eine fortlaufende Nummer angehängt und die allgemeine Bestandsbezeichnung MfAA vorangestellt.  Eine Signatur hat also z. B. die Form „MfAA, A 1250“.

Beim Zitieren ist darauf zu achten, dass die allgemeine Bestandsbezeichnung MfAA durch die entsprechende Bestandsbezeichnung aus der Beständeübersicht ersetzt wird, z.B. M 1 A 1250.  

Einzelne Schriftgutarten wurden im Interesse eines besonderen Schutzes gesondert gelagert. Sie wurden in sogenannten Sonderfonds zusammengefasst und erhielten eine abweichende Archivsignatur:

Sigle
Bezug
MR-A
Vorlagen für die Partei-und Staatsführung und Beschlüsse des Ministerrates zu außenpolitischen Fragen
LS-A
Leitungssitzungen des Ministeriums
V-A
Beglaubigte Abschriften von Staats-und Regierungsabkommen, Ressortabkommen, Kulturarbeitsplänen sowie Veränderungen des Mitgliedstandes bei multilateralen Verträgen
G-A
Gelöschte VS (Vertrauliche Sache), d. h. nicht mehr als geheimhaltungsbedürftig eingestuftes Schriftgut, das aber aufgrund seines Inhalts besonders zu sichern war
VS
Nach dem 3. Oktober 1990 gesichertes Schriftgut aus dem VS-Archiv des MfAA für geheimhaltungsbedürftiges Schriftgut

VS aus DDR-Provenienz sind offen gelegt.

Die Archivalien von 1980 bis 1990 sind bislang nur durch eine jahrgangsweise vergebene Zugangsnummer erfasst und noch nicht erschlossen.  Die Signatur  besteht aus der Sigle „ZR“ und einer fortlaufenden Nummer mit Jahreszahl,  z. B. ZR 1/83. Grundlage der Aktenbildung für diese Archivalien ist der Aktenplan von 1980. Die Findmittel zu diesen Archivalien wurden der besseren Übersicht bereits den Beständen  M 10 bis M 96 zugeordnet.

Beim Zitieren dieser Archivalien wird wiederum die allgemeine Bestandsbezeichnung MfAA durch die entsprechende Bestandsbezeichnung aus der Beständeübersicht ersetzt.

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